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Karneval in Köln

Der Karneval ist für die Kölner wohl das wichtigste Ereignis im ganzen Jahr. Jung und Alt feiern jedes Jahr die "fünfte Jahreszeit", die auf eine langjährige Tradition zurückgeht: Ihren Ursprung hat sie wohl in Festen der alten Römer und Griechen, sowie in heidnischen Geistervertreibungen der Germanen. Der Name wird auch auf das lateinische "carne vale" ("Fleisch lebe wohl!") zurückgeführt, da es sich die Bürger in der Fastnacht vor der bevorstehenden Fastenzeit noch einmal richtig gut gehen liessen (heute weiß man jedoch, dass diese Annahme falsch ist. So entstand das Wort aus der Bezeichnung römischer Festwagen in Schiffsform, den carrus navalis).
1736 gab es den ersten Kostüm- und Maskenball in Köln, der damals noch den Adeligen vorbehalten war. Doch bald fand auch das gemeine Volk Gefallen an dem bunten Treiben und so gab es 1823 den ersten Rosenmontagszug unter dem Motto "Held Karneval besteigt den Thron", 1860 zog der erste Geisterzug durch Köln und es wurden zahlreiche Karnevalsvereine gegründet. Heute gibt es rund 160 davon.

Protagonisten des Karneval

Wichtigste Persönlichkeit ist natürlich der Karnevalsprinz, der an Weiberfastnacht jeden Jahres mit den Schlüsseln der Stadt die Regentschaft über Köln übernimmt. Tatkräftig unterstützt wird er durch die weiteren Mitglieder des "Kölner Dreigestirns", von Bauer und Jungfrau (in deren Kostüm traditionell ein Mann steckt).
Hinzu kommen die Prinzengarde und die zahlreichen Karnevalssoldaten wie etwa die Roten Funken, die aus den ehemaligen Kölner Stadtsoldaten hervorgegangen sind. Für die musikalische Untermalung sorgen zahlreiche Kölner Bands wie die Bläck Föös, de Höhner, Brings, de Räuber und unzählige mehr, die in kölscher Mundart fröhliche Lieder singen und auch über die Grenzen Kölns hinweg bekannt sind. Nicht zuletzt aber machen die gutgelaunten und verkleideten Kölner Bürger (und natürlich die zugereisten Gäste, die "Imis") den Kölner Karneval zu einem der fröhlichsten Feste in Deutschland.

Beginn der "fünften Jahreszeit" - der 11.11.

Bereits 11. November um 11:11 Uhr beginnt für hartgesottene Karnevalisten der Karneval: Ab jetzt wird durch Karnevalssitzungen und Kostümbälle (alternativ zu den traditionellen Karnevalssitzungen sind die Stunksitzung oder die Sitzung des schwulen Karnevalsvereins Rosa Funken zu empfehlen) die Zeit bis zum Beginn des Straßenkarnevals überbrückt.
Am 11.11. ist ganz Köln in Feierlaune: in der Altstadt bleibt keine Kneipe leer. Wer das erste "Kölle Alaaf!" (Es lebe Köln!) der Karnevalssaison nicht verpassen möchte, sollte sich am besten einige Zeit vor 11:11 Uhr auf dem Kölner Altermarkt einfinden und dann von der jecken Menge treiben lassen.

Weiberfastnacht - Beginn des Staßenkarnevals

Am Donnerstag vor Rosenmontag (für gewöhnlich im Februar) übernimmt der Karnevalsprinz um 11:11 Uhr den Schlüssel der Stadt Köln, womit der Straßenkarneval offiziell eröffnet ist. Weiberfastnacht, geht auf das Jahr 1824 zurück, als sich Wäscherinnen aus Beuel bei Köln erstmals das Recht erstritten am bisher männlich dominierten Karneval teilzunehmen. Auch heute noch wird symbolisch die männliche Macht beschnitten: Wer an diesem Tag eine Krawatte trägt, dem wird sie im Tausch für ein Bützche (Küsschen) abgeschnitten. Weiberfastnacht ist eines der wichtigsten Feste im Karneval, Tag und Nacht lang bleiben die Kneipen in Köln gefüllt und es wird auf den Straßen gefeiert.

Karnevalszüge - D'r Zoch kütt

Zwischen Karnevalssamstag und Karnevalsdienstag finden zahlreiche Karnevalsumzüge statt - insgesamt heißt es in Köln innerhalb einer Saison ungefähr fünfzigmal "D'r Zoch kütt" (Der Zug kommt).
Am Karnevalssamstag zieht der Geisterzug durch Köln, der meist ein politisch inspiriertes Motto hat und zu dem man in einer Geisterverkleidung erscheinen sollte. Seine Route wechselt jedes Jahr und er wird meist von Sambamusik begleitet - so wird man zum Tanzen fast gezwungen und wärmt sich ein wenig auf. Die aktuelle Route und weitere Informationen finden sich hier: Kölner Geisterzug.
Der Karnevalssonntag ist Tag der Kölner Schull- un Veedelszöch, dessen Teilnehmer aus Kölner Schulen und Vierteln durch die Innenstadt ziehen und darauf hoffen als beste Fuß- oder Wagengruppe zu gewinnen und sich damit die Teilnahme am Rosenmotagszug zu sichern.
Der Rosenmontagszug in der Kölner Innenstadt bildet dann den Höhepunkt des Karnevals. Unter einem jährlich wechselnden Motto werden auf den Festwagen Ereignisse des vergangenen Jahres auf satirische Weise dargestellt. Bis zu 1.000.000 Menschen bestaunen den Umzug, bei dem es Fußgruppen, Kapellen, Wagen und für die Kleinen "Kamelle" (Süßigkeiten) gibt.
Neben den erwähnten Umzügen finden in der Zeit von Karnevalssamstag bis -dienstag noch viele kleinere, aber nicht weniger sehenswerte Züge in den einzelnen "Veedeln" (Vierteln) Kölns statt (diese sind auch weniger überfüllt und deshalb gerade für Kinder zu empfehlen).

Karnevalsdienstag - Nubbelverbrennung

Am "Veilchendienstag" stehen als letzter Akt der Karnevalssaison die Nubbelverbrennungen an. Der Nubbel ist eine Strohpuppe die in oder über vielen Kneipen hängt und das ausgelassene, sündenhafte Treiben während der Karnvalszeit beobachtet. Am Ende der Karnevalszeit muss er dann für die Sünden der Feiernden büßen und wird unter Wehklagen und Beschimpfungen verbrannt. Danach genehmigen sich die Kölner noch ein letztes Kölsch, bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist. Aber der nächste 11.11. kommt bestimmt.

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